Vorsprung durch Technik

14.05. Bremen Schlachthof

Wenn man so eine ganze Zeit lang unterwegs ist, bemerkt man zwischendurch immer mal wieder, was für einen seltsamen Beruf man da ausübt. Noch augenscheinlicher wird einem allerdings irgendwann, wie seltsam der Beruf der Leute um einen herum ist:

Techniker. Ein Volk für sich. Techniker sind überall gleich. Das ist wie mit Hausmeistern oder Bahnbeamten. Die erkennt man auch immer sofort. Techniker sind immer schwarz gekleidet. Schwarze Schuhe, schwarze Hose, schwarze Gürteltasche, schwarze Taschenlampe (Maglite) schwarzes T-Shirt. Das T-Shirt ist bedruckt. Manchmal sind es Crew-Shirts von Bands oder Events auf denen der jeweilige Techniker gearbeitet hat. Oft sind das aber auch Werbe-Shirts für irgendwelche Techniksachen mit Aufdrucken, die kein Mensch versteht. Außer Technikern natürlich.

technik

Und so ist es auch mit der Sprache. In Deutschland gibt es nämlich neben Deutsch und Bayerisch auch noch die Technikersprache. Die hat vielleicht ein bisschen was mit Englisch zu tun und mit Abkürzungen, aber so genau weiß man das nicht, weil man eben kein Wort versteht. Also, außer andere Techniker natürlich. Unser Eddy zum Beispiel. Der ist eigentlich ein ganz normaler Typ. Der spricht fließend deutsch, mit einem breiten nordischen Akzent zwar, aber sehr gut verständlich. Sobald der aber auf die Technik-Crew in der Veranstaltungshalle trifft, kapiert man nichts mehr. Ein Phänomen, das keinen VPTler kalt lassen kann.

Erinnert Ihr Euch noch daran, wie man als Kind, wenn im Fernsehen „Ein Colt für alle Fälle“ lief, den Titelsong immer mitgesungen hat, ohne ein Wort Englisch zu verstehen?

Genauso machen wir das mit der Technikersprache jetzt auch. Wir reden einfach mit. Erst mal unter uns, um die komischen Wörter und Abkürzungen im Mund richtig gedreht zu bekommen. Dann probieren wir sie zögerlich bei unserem eigenen Techniker aus: „ Hey Eddy, ist das XLR schon klar? Sonst müssen wir hinterher die Filme alle noch mal neu rendern.“ Das ringt Eddy aber nur ein müdes Lächeln ab. Der kennt uns ja schon und weiß, dass wir nur Unsinn reden. Gutmütig wie er ist, spielt er das Spiel eine Zeit lang mit, um uns den Spaß nicht zu verderben. Dann wendet er sich wieder seiner Arbeit zu.

Richtig lustig wird der Qutasch erst, wenn man die Haustechniker, während man um die Mittagszeit in die Halle schlurft gleich vollsabbelt. „Sag mal, habt Ihr hier DMX?“ „Äh, ja klar“, antwortet der Techniker, der einen nicht kennt und nicht weiß, dass man ein technisch völlig unbegabter, alberner Schauspieler ist, und dem in diesem Moment nur die unter Technikern völlig unübliche Kleidung auffällt. „Gut, dann schick doch bitte so schnell wie möglich das XLR über die DI-Box, damit wir das Signal für die Sidefills nicht verpassen und Ihr am Ende die ganze Scheiße noch mal neu durchpatchen müsst.“ „Hä?“ „Ja gut, also, weitermachen!“ Dieser Spaß wird uns bis zum Ende dieser Tour begleiten und uns jeden Tag aufs neue Erfreuen…

Bisbald, Euer Christoph

~ von vollplaybacktheater am Mittwoch, 14. Mai 2008.

Eine Antwort to “Vorsprung durch Technik”

  1. moin moin !!
    so ist das also bei euch mit den technikern oder technikerinnen!
    nun ja die schwarz gekleideten verstecken sich eben gern
    die bunten fraggels sind ja eben laut und bunt weil sie so gern leuchten wollen und im vordergrund stehen
    ja das ist eben die
    ich nen es immer
    Berufskrankheit
    schön auch wenn jeder weiss welche macken sich durch den beruf dann noch verstärken
    übrigens wollt ich im februar eure show in bremen angucken
    das letzte mal hat die sause danach ja nicht geklappt aber vielleicht diesmal
    …würd mich freuen euch zu treffen und hoffe ich bekomme noch ne karte is ja nun mal fix ausverkauft bei euch
    na kein wunder
    also ne schöne tour und hoffentlich auf bald
    ahoi und schöne grüße
    von ines (aus bremen bzw fusion attension)

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