Immer so alt, wie man sich fühlt
15.01. Fulda Kreuz
Seit zwei Tagen sind wir im neuen Jahr wieder unterwegs. Nach einem etwas lauwarmen Start in Mannheim (Wir waren selbstverständlich unglaublich gut! Das Publikum aber war eigentümlicher Weise etwas lau. Woran lag’s? Schreibt mir, liebe Mannheimer!) und einem weiteren schwungvollen Abend in Köln (Gut gemacht, liebe Kölner!) finden wir uns heute einmal mehr im Kreuz in Fulda wieder, einer Spielstätte die polarisiert.
Zum einen ist die Bühne so klein und eng, dass wir immer nur das halbe Bühnenbild aufbauen können und die Umzieherei während des Stückes dahinter glatt als Zaubernummer im Varieté durchgehen würde, andererseits werden wir backstage mit einer Fürsorglichkeit verwöhnt und durchgefüttert, die ihresgleichen sucht – ganz zu schweigen von einem eigentlich immer geradezu entfesselten Publikum. Macht dann wohl 2:1 auf der Plus-Seite. Und darum sind wir auch wieder hier.
Nach einem ordentlichen Frühstück mit frisch gepresstem O-Saft, Lachs und allem, was dazugehört, tischt uns Petra, die heute hier fürs Catering zuständig ist, erst eine heiße Suppe, später ein unglaublich leckeres warmes Apfel-Dessert mit Haferflocken-Zucker-Streuseln und schließlich einen selbstgebackenen Schokoladenkuchen auf. Nicht schlecht fürs erste!
Kaum sind die Pforten für die Zuschauer geöffnet, da werden von Sandra, einer treuen VPT-Freundin, die schon zum 10-jährigen Jubiläum einen Kuchen für uns gebacken hatte, frische Muffins für uns abgegeben. Vielen Dank noch mal dafür!!
Picke-packe-voll schleifen wir uns also heute Abend auf die Bühne. Zum Glück ist schnell klar, dass uns die Fuldanesen mit ihrer guten Laune mal wieder alles abverlangen werden. Wir spielen uns also allesamt die Wölfe und ich bemerke gerade die ersten Anzeichen eines Rückganges meines Völlegefühls durch die von der Spiellaune angeregte Verdauung, als ich mitten in der „Abendessen bei Mr Barron“-Szene innehalten muss, weil der Ton aus den Boxen wegbricht. Einen halben Augenblick lang verharre ich schweigend in meiner Bewegung, dann bin ich plötzlich von der ganzen Kollegenschar umringt und bekomme ein waschechtes, live gesungenes „Happy Birthday“ um die Ohren, was mich daran erinnert, dass ich heute doch tatsächlich meinen 34. Geburtstag feiere.
Statt des Plastik-Schinkens, der normalerweise in dieser Szene als Requisite serviert wird, erscheint meine Frau, Mrs Barron alias Nadine, mit einer mit Kerzen bestückten Marzipantorte. Wunderbar! Ich danke an dieser Stelle neben meinen Mitspielern vor allem Jesper und der Firma Coppenrath & Wiese!
Unter dem freundlichen Applaus des Publikums kann ich alle Kerzen ausblasen, bevor der liebe Eddy mir wieder meinen Text vom Band einspielt und die Geschichte weitergeht. Noch während der selben Szene verschwindet etwa ein Viertel der Torte in den ohnehin schon vollen Mägen von Knut, Thomas und mir. Einfach köstlich! Und schließlich wird man ja nur einmal im Leben 32.
Nach Ende der Show und einem furiosen Schlussapplaus der fantastischen Fuldaner erzählt Thomas an unserem Stand jedem, der es nicht wissen will, dass dies mein 35. Geburtstag sei, was schlicht gelogen ist. Aber das stört mich nicht. Erstens bin ich zu satt um mich aufzuregen und zweitens weiß ich, dass er nur neidisch ist, weil bei ihm seit dem 36. Geburtstag die Haare immer dünner werden, während ich in der Blüte meines Lebens stehe…
Als ich schließlich nach einem ausgedehnten Abendessen mit leichtem Magendrücken in meine Koje falle, denke ich, dass dies der beste 28. Geburtstag war, den ich seit langem gefeiert habe!
Bisbald, Euer Christoph

[...] kann man auch viel erzählen. Die Bühne ist klein. Sehr klein. Also ungefähr so wie in Fulda. Hier gibt es allerdings rundum nicht einmal Abstellmöglichkeiten für unsere Requisiten, so dass [...]
Diese drei Sänger aus Barcelona « Christophs Märchenstunde schrieb dies am Mittwoch, 11. März 2009 um 0:30 |